Allgemein
Standorte sind immer seltener geworden
Thomas Oelers · · 3 Min. Lesezeit
„Die Bereitschaft sich heute noch eine Sirene auf das Hausdach beziehungsweise auf das eigene Grundstuck montieren zu lassen, ist sehr begrenzt.
Das bedeutet, dass es fur die Kommunen zunehmend schwieriger wird, geeignete Standorte zu finden“, berichtete Nebels Burgermeister Bernd Dell-Missier aus aktuellem Anlass. Hatte die Gemeinde Nebel gerade selbst eine Immobilie veraussert, auf dessen Grundstuck bisher eine Sirenenanlage vorhanden war. Hierfur wurde nun auf dem Feuerwehrgeratehaus eine elektronische Sirenenanlage montiert. Fur die Standorte, die durch bauliche Veranderungen beziehungsweise Besitzerwechsel und Umnutzung als Sirenenstandorte nicht mehr zur Verfugung stehen, lassen sich nur schwer Alternativstandorte finden. Mit diesem Problem hat auch die Gemeinde Wittdun aktuell zu tun.

Die Kommunen auf Amrum haben sich vor Jahren, als die Verantwortung fur die Motorsirenen vom Bund aufgegeben wurde, dazu entschieden, diese Form der Alarmierung fur Feuerwehr und Katastrophenschutz zu erhalten. Nur so habe man die Moglichkeit im Ernstfall die Bevolkerung direkt zu alarmieren und auf mogliche Notsituationen aufmerksam zu machen. Diese Entscheidung wurde im September 2007 vom Fachausschuss Amrum nochmals bestatigt. Zu diesem Zeitpunkt stand die kritische Betrachtung der heutigen Notwendigkeit von Sirenenanlagen zur Debatte.
Die bekannten Motorsirenen wurden immer wieder zum Problemfall. Die aggressive Nordseeluft und Sandflug setzte den beweglichen Teilen immer wieder so stark zu, dass sie schlichtweg festrosteten und selbst mit viel Muhe nicht mehr zu aktivieren waren.

„Da wir oft erleben mussten, dass die Wartungsfirma gerade die Anlagen auf Amrum uberpruft hatte und beim nachsten Alarm die Sirene doch nicht funktionierte, entschloss man sich mehrheitlich die Wartungsvertrage zu kundigen und die veralteten und defekten Sirenen nicht mehr reparieren zu lassen. Stattdessen wurden in Norddorf und Nebel elektronische Sirenen verbaut. Diese sind deutlich unempfindlicher gegenuber von Witterungseinfluessen, haben keine beweglichen Teile und benotigen somit keine so massiven Aufstellungsorte wie die bisherigen Sirenen und sind im Falle des Stromausfalls durch eine Batterieanlage weiter zu betreiben“, erklart die dritte stellvertretende Amtswehrfuhrerin Petra Muller auf Anfrage.
„Ein ganz grosser Vorteil ist zudem, dass ein hiesiger Elektriker die Installation der Steuerungsanlage ubernehmen konnte. Falls dann doch mal etwas nicht funktionieren sollte, muss nicht erst eine Wartungsfirma kostspielig vom Festland anreisen. Die verbauten Sirenenanlagen sollen ein grosseres Areal beschallen konnen, sodass wir aller Voraussicht nach, zukunftig mit einer geringeren Anzahl von Sirenenalgen auf Amrum auskommen konnen. Fur die Gemeinde Wittdun bleibt hinsichtlich der Erfahrungswerte aus den Nachbargemeinden zu prufen, welcher Standort beziehungsweise welche Standorte fur das Gemeindegebiet geeignet erscheinen, um eine ausreichende Abdeckung zu erzielen“, so Petra Muller.
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