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Wenn jede Minute zählt
· 3 Min. Lesezeit
Beitrag/Fotos: Hannah Pietsch
Auf Amrum bereitet sich eine besondere Einheit auf den Ernstfall vor.
Inselärztin Claudia Derichs schult Feuerwehrleute zu Ersthelfern, um den Rettungsdienst bei größeren Unglücken zu entlasten
Gemeinsam gegen den Ernstfall
Die medizinische Versorgung auf Amrum stellt im Ernstfall eine besondere Situation dar. Um für einen solchen Ausnahmezustand gerüstet zu sein, bildet die Inselärztin Claudia Derichs Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu einer Notfalleinheit aus. Eine der größten Herausforderung in Krisen ist der sogenannte Massenanfall von Verletzten – MANV genannt. Um eine solche Lage bewältigen zu können, werden schnell viele qualifizierte Einsatzkräfte benötigt. In Kooperation mit den Freiwilligen Feuerwehren hat Frau Dr. med. Claudia Derichs vor einigen Jahren eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) ins Leben gerufen. Ziel ist es, den örtlichen Rettungsdienst im MANV-Einsatz zu unterstützen.

Foto: zusammen mit dem Diensthabenden Notfallsanitäter beaufsichtigt Dr. Claudia Derichs die Übungen.
Ausbildung für den Massenanfall von Verletzten
An abwechslungsreichen Übungsabenden werden zum Beispiel klassische Erste-Hilfe Maßnahmen, wie das Verbinden von Wunden oder die Reanimationssituation trainiert. Doch auch das Arbeiten in schwierigen Situationen, etwa in verunfallten Fahrzeugen spielt eine Rolle.
Ein weiterer Bestandteil der SEG-Übungen ist das Erarbeiten von Einsatzplänen für Notfallsituationen. Zum Beispiel der Massentransport von Verletzten in Bussen mit den Fähren zum Festland. Aber auch die Unterstützung des Rettungsdienstpersonals, durch das erheben von Vitalwerten, anreichen von Material und Vorbereitung von Tragen stellt in einer Notlage eine nicht zu unterschätzende Hilfe dar. Der Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland ist in der Regel lediglich mir zwei Rettungskräften und einem Notarzt für die gesamte Insel im Einsatz. So kann es bereits ab einer Anzahl von 2 Schwerverletzten an unterschiedlichen Orten zu einem Notstand bei der medizinischen Versorgung kommen. Umso wichtiger ist also die notfallmedizinische Ausbildung der anderen ansässigen Einsatzdienste sowie der Zivilbevölkerung.
Realistische Übungen mit viel Engagement
Beim letzten gemeinsamen Übungsabend von Feuerwehr und Rettungsdienst wurden unter Anleitung von Claudia Derichs mehrere Szenarien zur Versorgung von verletzten Personen in verunfallten Fahrzeugen durchgeführt. Derichs schminkte die „Opfer“ vorab, mit aufgeklebten Wunden und Kunstblut, damit die Übung noch realer wirkte. Auf die Einsatzkräfte warteten in sechs verschiedenen Einsatzlagen etwa offene Brüche am Bein, Fremdkörper im Kopf sowie psychische Ausnahmezustände der Verletzten. Auch der Transport der Patienten aus dem Umfallfahrzeug zum Rettungswagenspielte hier eine wichtige Rolle, so diente z.B. das Feuerwehrfahrzeug anstelle eines gewöhnlichen LKWs als Übungsobjekt. Jede helfende Hand zählt

Die schnelle Einsatzgruppe hat sich auf Amrum bereits in vielen verschiedenen Einsätzen bewährt. Als Beispiel hierfür sind der Unfall des Adler Express im Juni 2014 oder der Brand im
Seefohrerhus im August 2024 zu nennen. Der Rettungsdienst und die Feuerwehren sind im Ernstfall für jede helfende Hand dankbar! Wer Interesse an einer Mitwirkung in der SEG-Gruppe oder an ihrer Arbeit hat, ist in seiner örtlichen Feuerwehr jederzeit willkommen.
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