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Allgemein

Beobachter loben die Übungsteilnehmer

· 4 Min. Lesezeit

Diese Ubung war sozusagen die Generalprobe fur das Projekt, „die Feuerwehr unterstutzt den Rettungsdienst bei Grossschadenslagen mit einem Anfall von vielen Verletzten“ (wir berichteten uber das Projekt.

An diesem Abend wurden die Inselfeuerwehren auf Amrum alarmiert, da in einer grossen Halle wahrend einer Party eine Explosion stattgefunden hatte und durch umherfliegende Glassplitter zum Teil schwere Verletzungen bei den jungen Leuten entstanden waren.

Laut ersten Angaben befanden sich in der Halle, die im neuen Suddorfer Gewerbegebiet liegt, 15 Personen, die im dichten Rauch die Orientierung verloren hatten. Die zur Rettung eingesetzten Atemschutzgeratetrager der Feuerwehren fanden die Verletzten mit tauschend echt praparierten Verletzungen vor, die in den meisten Fallen dazu fuhrten, dass die Personen aus dem Gebaude getragen werden mussten.

Feuerwehrleute mit Erste-Hilfe-Austustung auf dem Weg zum Behandlungsplatz

Unter der Einsatzleitung der Ortswehrfuhrerin der FFW Suddorf/Steenodde, Claudia Motzke, wurden die anwesenden Krafte koordiniert. Dem Einsatzstellenfunkverkehr kam dabei eine grosse Bedeutung zu teil.

Unglucklicherweise waren zur Erstversorgung die auf Amrum tatigen Rettungsassistenten mit den RTWs nicht gleich verfugbar, sodass die alarmierte Notarztin Claudia Derichs, Arztin fur Anaesthesie, Allgemeinmedizin und Notfallmedizin, auf die Feuerwehrmanner und Feuerwehrfrauen zur Erstversorgung zuruckgreifen „musste“. Dabei konnte das Kontingent des seit Kurzem auf Amrum stationierten Anhangers mit Notfallmaterial voll ausgekostet werden.

Schminken der „Opfer“
vr.Claudia Motzke, K-P. Ottens, T. Thomas

So standen zum Beispiel Tragen, Stative fur Infusionsbeutel, vollausgestattete Rescue Bags mit Verbandmaterial, Infusionszubehor, moderne Schien-Hilfen zur Ruhigstellung von Bruchen und vieles mehr in grosser Menge zur Verfugung.

Nach der sofort begonnenen Sichtung und Einschatzung der jeweiligen Schwere der Verletzungen galt es hauptsachlich Rauchgasvergiftungen, Verbrennungen, Bewusstlosigkeit und tiefe Schnittverletzungen zu behandeln.

Die „Schminkabteilung“ des Amrumer Rettungsdienstes hatte vor der Ubung ganze Arbeit geleistet. – Aber auch Schockzustande, Sorge um Verletzte und nicht auffindbare Freunde und Panik herrschte unter den geretteten Partybesuchern.

Die engagierten Feuerwehrmitglieder ubernahmen schnell wie selbstverstandlich wichtige Handgriffe bei der Erstversorgung und sicherten die so wichtige personliche Betreuung und Beobachtung der emotionell angespannten Verletzten.

Rettung im Innenangriff
Betreuung der Verletzten

Zum weiteren Transport der erstversorgten Personen und zum Schutz vor dem zu der Zeit nicht vorherrschenden schlechten Wetter standen zwei Gelenkbusse der Wyker Dampfschiffs-Reederei bereit. Diese Moglichkeit hatte man im Laufe des SEG-Lehrganges bereits durchdacht und ausprobiert.

Abschliessend fuhren die Busse zum Test, ob die Tragen wirklich stabil fixiert werden konnten zum Anleger, dem eventuellen Punkt des Weitertransports im Ernstfall, und zuruck. So manch verwunderte Gesichter uber die besonderen Fahrgaste ohne Fahrschein waren dabei bei den Passanten zu beobachten.

Fixierte Trage mit einem „Schwerverletztem“ + Betreuung im WDR-Bus

Bei der Abschlussbesprechung ernteten alle Beteiligten ein ganz grosses Lob vom Leiter der Abteilung Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen in Nordfriesland, Christian Wehr.

Dieser war mit weiteren Funktionstrugern des Rettungswesens auf die Insel gereist, um so der Ubung beizuwohnen. Wie er betonte, habe ihn der gute Verlauf des Szenarios sehr beeindruckt. Zumal diese Ubung das Ergebnis, der vor gut einem Jahr thematisierten insularen notfallmedizinischen Versorgungslage im Falle eines „Massenanfalls“ von Verletzten, darstellte.

Die Gesprache mit den Feuerwehren der Insel waren positiv verlaufen, sodass sich aus jeder Wehr Freiwillige gefunden hatten, die an der erweiterten Erste Hilfe Ausbildung teilnahmen.

Claudia Derichs wird von der Polizei unterstutzt

„Das „Ministerium fur Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren“ (MSGF) unterstutzte die Stationierung des Anhangers mit dem Notfallmaterial auf Amrum mit ihrem Projekt „Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung auf den nordfriesischen Inseln und Halligen“ massgeblich“, erklarte Wehr.

Einen ganz besonderen Dank richteten die Redner und Rednerinnen der beteiligten Organisationen an die Beteiligten dieser Ubung. Jeder fur sich hatte dabei seinen Beitrag geleistet, um sie so erfolgreich verlaufen zu lassen. „Erfreulich sei zudem, dass nicht nur die in dem SEG-Lehrgang geschulten Feuerwehrmitglieder in die Versorgung eingebunden werden konnten. Hier hat sich gezeigt, dass die meisten uber eine Erste Hilfe Ausbildung verfugen“, lobte Claudia Derichs. Wichtige Unterstutzung erfuhr sie bei der Erledigung der erforderlichen Formalien von Polizeimeister Henning Schulze, berichtete Derichs weiter.

Beobachter, Dr. Peter Totzauer und Christian Wehr

Die Beteiligung der Opfer-Darsteller und Darstellerinnen, die aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zweier Amrumer Kliniken bestanden, gaben dem Szenario erst einen realen Verlauf.

„Es war schon ein mulmiges Gefuhl in der vollig verqualmten Halle auf die Rettung auszuharren. Da kommen einem die Minuten wie eine halbe Ewigkeit vor“, berichtete eine „Schwerverletzte“.

Die verpflichteten Beobachter der Ubung hatten neben reichlich Lob, nur einige wenige Schwachstellen festgestellt, die als Anregung fur weitere Ubungen sicher eingearbeitet werden.

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