FF Süddorf
Gegen den plötzlichen Herztod…
Thomas Oelers · · 3 Min. Lesezeit
In der vergangenen Woche hatte Jan Noelle, stellvertretender Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Nordfriesland bei seinem Besuch auf der Insel Amrum mit einem automatisierten externen Defibrillator (AED) eine uberaus wertvolle Fracht im Gepack.

Im Kampf gegen den plotzlichen Herztod hat dieses rund 1900 Euro teure hochtechnologiesirte Koffergerat, das fur die Handhabe durch Laien konzipiert wurde, eine klare Bestimmung: Leben retten. Obwohl meist vermeidbar, ist der plotzliche Herztod die haufigste Todesursache in Deutschland.
Jahrlich uberleben allein in der Republik mehr als 130.000 Mitburger das sogenannte Herzrasen (Kammerflimmern) nicht. Es fuhrt zum sofortigen Herz-Kreislauf-Stillstand und so mit zum sicheren Herztod, wenn nicht sofort geholfen wird.
Das Gerat vom Typ Paramedic CU-ER1 AED, das auch mit Unterstutzung des Sozialministeriums uber ein Forderprogramm zur Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung auf den nordfriesischen Inseln und Halligen beschafft werden konnte, wird bei der Ortsfeuerwehr Suddorf-Steenodde stationiert sein.

Wie Jan Noelle bei der offiziellen Ubergabe an Feuerwehr und Rettungsdienst betonte, sei dieser Geratetyp im Gegensatz zu den drei durch private Spendengelder auf Amrum stationierten AED’s mit einer zusatzlichen Patientenuberwachung (Monitoring) ausgestattet. Diese wurde zur Uberwachung der Vitalfunktionen auch vom Rettungsdienst der Insel genutzt werden konnen, wenn zum Beispiel bei einem Unfall mit „vielen“ verletzten Personen, die in den beiden Rettungsfahrzeugen mitgefuhrten Gerate, in ihrer Anzahl, nicht ausreichen wurden. Aufgrund der hoheren Qualifikation des Gerates ware die Zuganglichkeit fur die Allgemeinheit nicht empfehlenswert, so der stellvertretende Rettungsdienstleiter.
Im Anschluss an die Ubergabe erhielten die Mitglieder der Suddorf-Steenodder Feuerwehr die gesetzlich vorgeschriebene Unterweisung in der Handhabe des Gerates. Hierbei wurde deutlich, dass trotz der Hochtechnologie die Handhabe des AED uberaus einfach ist. Durch die absolute Eigensicherheit der Gerate braucht kein Ersthelfer Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Eine klare Kennzeichnung und eindeutige Audioanleitung erklart alle Handgriffe. Selbst wenn der Zustand des vermeintlich vom Tode bedrohten falsch gedeutet wurde, erkennt das Gerat durch eine Erstdiagnose die Situation, blockiert die Elektroschockfunktion und meldet dies akustisch. Die dann erforderliche, beziehungsweise die nach erfolgtem Elektroschock weitere Vorgehensweise, wie die manuelle Herz-Lungen-Wiederbelebung, wird vom Gerat empfohlen.
Wichtig ist allerdings bei aller Hochtechnologie die Courage des Einzelnen beherzt einzugreifen und das minimale Zeitfenster fur die Rettung des Patienten zu nutzen. Beim plotzlichen Herztod kann nur mit Sofortmassnahmen verhindert werden, dass die Betroffenen sterben. Die einzige unmittelbar lebensrettende Therapie beim Kammerflimmern ist – neben der lebensverlangernden Herz-Lungen-Wiederbelebung – die fruhestmogliche Defibrillation. Bei der Defibrillation wird den vom plotzlichen Herztod Betroffenen uber Elektroden an der Brust ein starker Strom- beziehungsweise Spannungsimpuls (150 Joule – 5000 V) verabreicht. Dieser richtet die elektrische Aktivitat des Herzens neu aus und ermoglicht wieder einen regelrechten Herzschlag. Zu dieser Therapie stehen eben die AED’s und die Defibrillatoren in allen Notarztwagen zur Verfugung.
Nach einem plotzlichen Herzversagen treten bereits nach funf Minuten die ersten irreparablen Hirnschaden ein. So bleibt zum schadenfreien Uberleben, somit nur ein Zeitfenster von drei bis funf Minuten. Die Hilfe innerhalb dieses Zeitfensters ist weder vom Notarzt noch vom Rettungsfachpersonal zu leisten. Hier setzen die als automatisierte externe Defibrillatoren bezeichneten Gerate an.
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